Sternstunden

„Es war Liebe auf den ersten Blick“ - Menschen erzählen von ihren Sternstunden

Es funkelt und glitzert im Inneren des Sternendoms. Wer in diesen Tagen die überdimensionierte Schwitzhütte der evangelischen Kirche betritt, ist fasziniert von der gelungenen Imitation der Nacht, die das Zeltdach in dunkelblaue Farbtöne taucht. Für manchen Besucher ist vielleicht schon der Besuch des Veranstaltungszeltes eine Sternstunde hier auf dem Hessentag. Doch was sind für Menschen ihre persönlichen Sternstunden im Leben? Das will die Diakonie Hessen an ihrem Stand erfragen, der vor dem Sternendom aufgestellt ist. Die Höhepunkte sind überraschend wie einleuchtend.

Die Geburt und ein besonderer Wunsch

Christa Greb ist mit ihren Freundinnen aus dem Vogelsberg angereist, um den Hessentag in Bensheim einen Besuch abzustatten. Nun steht sie am Stand der Diakonie Hessen und überlegt kurz, was ihre persönliche Sternstunde war. Dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. „Die Entdeckung meines Mannes auf einer Kirmes. Es war Liebe auf den ersten Blick“. Helga Rüger ergänzt. „Bei mir war es die Geburt meiner Kinder. Die sind heute inzwischen 47 und 49 Jahre alt.“ Dem stimmen auch Elfriede Schmidt und Hildegard Frank zu. Überhaupt scheint die Geburt der eigenen Kinder für die meisten Besucher des Sternendoms eine Sternstunde in ihrem Leben zu sein. Daneben werden aber auch andere Themen genannt wie das Finden des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin. Ein Gast hat einen ganz ungewöhnlichen Wunsch formuliert. Seine Sternstunde, so der anonyme Verfasser, sei es „einmal mit zwei Frauen schlafen zu dürfen.“

„Wir sind eigentlich ein Seelsorgestand“

Über solche weltlichen Ergüsse kann Brigitte Walz-Kelbel von der Diakonie Hessen entspannt schmunzeln. Als Leiterin des Diakonischen Werkes Bergstraße ist der Stand für sie eine gute Gelegenheit mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Dabei ergeben sich mitunter tiefe Gespräche über den Sinn des Lebens, über Sorgen und Freuden. „Das hier ist eigentlich ein Seelsorgestand. Wir haben in den letzten Tagen so viele Gespräche geführt, die zum Teil sehr ins Private gehen. Die Frage. Was ist meine Sternstunde? Regt offensichtlich viele Menschen hier an.“

Eine begehbare Installation zum Lesen und Ertasten

Zu diesem Erfolg des Standes trägt sicherlich auch die begehbare Installation der Gießener Künstlerin Andrea Schwalb bei, die auch schon die Rosenkirche und die Traumkirche mitgestaltet hat. Von einem zweiter Meter hohen Gestell hängen über 700 lange Bänder in allen Farben herunter. An ihnen sind die Sterntstunden-Antworten der Besucher befestigt. Beim Abschlussgottesdienst am kommenden Sonntag im Sternendom wird Kirchenpräsident Dr. Volker Jung einige der Zitate vorlesen und in seiner Predigt integrieren. Ob auch der „irdische Wunsch“ des Mannes darunter sein wird?

Reinhard Völker 

mit Buchstabenreihe "Sternstunden"
Stand der Diakonie Hessen. | Foto: Reinhard Völker
Gruppenbild am Stand
„Wir sind eigentlich ein Seelsorgestand“. Ehrenamtliche betreuen den Stand der Diakonie Hessen. | Foto: Reinhard Völker
am Stand "Sternstunden"
Künstlerin Andrea Schwalb | Foto: Reinhard Völker