„Das ist keine einfache Kost!“

Die Diakonie zeigt Gesicht beim Sternendom

Die Aufgaben sind klar verteilt auf dem Hessentag: Ist die evangelische Kirche Mund und Ohren des Sternendoms, so ist die Diakonie Hessen Hände und Füße. Zehn Tage lang haben sich über 50 Mitarbeitende des Diakonischen Werkes Bensheim am und um den Sternendom eingebracht, und haben dafür zum Teil eine weite Strecke zurückgelegt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Sternelauf für einen guten Zweck

Mit zwei größeren Aktionen hat die Diakonie Hessen während des Hessentages auf sich aufmerksam gemacht. Die eine startete gleich zu Beginn mit dem Sternenlauf. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung für die Wohnungslosen-Initiative in Bensheim. Die Einrichtung ist eine Anlaufstelle für Menschen ohne Dach über dem Kopf und solche, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Über 300 Läuferinnen und Läufer haben bei brütender Hitze für einen guten Zweck geschwitzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Über 10.000 Euro sind bei dem Sponsorenlauf zusammen gekommen. Mit dabei waren auch Hessens Diakonie-Chef Wolfgang Gern und der Kirchenpräsident Volker Jung. Auch wenn die Aktion abgelaufen ist, es „gehen noch weiterhin Spendengelder auf unser Konto ein“, so Pfarrer Gregor Ziorkewicz und zuständig für die externe Pressearbeit bei der Diakonie Hessen in Frankfurt.

Poesie und Kleinkunst zum Kaufen

Die zweite große Aktion der Diakonie, am Ende des Hessentages, liegt Pfarrer Ziorkewicz besonders am Herzen. Der Mainzer Schauspieler und Regisseur Rolf Bidinger liest im Sternedom Texte von Menschen mit psychischer Erkrankung vor, einfühlsam begleitet wird er dabei am Klavier von Peter Bongard. Die ungewöhnlichen Prosabekenntnisse unter dem Titel: „Einfach anders normal“, die während eines Schreibseminars verfasst wurden, berühren die vielen Besucher des Sternendom. Darin geht es um Psychosen und dem Bossing, also dem Gemobbt-Werden von Vorgesetzten. „Das ist keine einfache Kost, aber für mich war das eine Sternstunde“, so Ziorkewicz. Die Diakonie kann also auch „Mund und Ohr“. Für die Hände und Augen gibt es hier aber auch was: Kleinkunst von Klienten der Diakoniestation Bergstraße, die hier zum Verkauf angeboten werden. Für Gregor Ziorkewicz und seine Kollegin Ursula Thiels hat sich der Auftritt der Diakonie Hessen beim Sternendom gelohnt. „Uns war es wichtig hier präsent zu sein und zu zeigen, dass Diakonie und Kirche einfach zusammengehören!“ So wie eben der Mund und die Füße.

Bidinger liest stehend am Pult
Unter dem Titel „Einfach mal anders normal“ trug der Mainzer Schauspieler und Regisseur Rolf Bidinger Texte von Klienten der Tagesstätte für Menschen mit psychischer Behinderung des Diakonischen Werks Bergstraße vor. Die authentischen Geschichten entstanden in einer eigens für den Hessentag gegründeten Schreibwerkstatt in der Tagesstätte. | Foto: Heike Schaaf
spielt auf dem Flügel
Musikalisch untermalt wurde die Lesung von Peter Bongard am Flügel. | Foto: Heike Schaaf
Gesamteindruck Bühne mit Bongard am Piano und Bidinger, der liest
Anders sein ist ganz normal, denn alle sind anders. Über Integration und Inklusion wurde am Freitag, 13. Juni, im Sternendom der Evangelischen Kirche gesprochen und nachgedacht. | Foto: Heike Schaaf
Doppelportrait vor Diakonie-Plakat
Für Gregor Ziorkewicz und seine Kollegin Ursula Thiels hat sich der Auftritt der Diakonie Hessen beim Sternendom gelohnt. | Foto: Heike Schaaf